München: Magmatische Aktivität nach Geothermie-Bohrung

+++ Achtung: Dieser Text wurde zum 1. April 2019 als Aprilscherz veröffentlicht. Alle Inhalte und Personen sind frei erfunden und dienen lediglich humoristischen Zwecken sowie als Hommage auf ein (endlich wieder) spannendes Bundesliga-Finale +++

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Besorgniserregende Beobachtungen in der Bayerischen Landeshauptstadt: Nachdem es in den vergangenen Jahren mehrfach zu leichten Erdbeben an Geothermie-Anlagen rund um München gekommen ist, fanden Geophysiker der Universität Dortmund Hinweise auf Magmabewegungen in rund vier Kilometern Tiefe. Wie die Forscher in einer am Wochenende veröffentlichten Studie schreiben, haben die seit 2016 beobachteten kleinen Beben bei Poing und Aying vermutlich zu einer Reaktivierung eines Magmakanals geführt, der aus der Zeit der Alpenentstehung stammt. Erstarrtes magmatisches Gestein, das bisher den Aufstieg flüssigen Magmas aus dem Erdmantel verhindert habe, sei möglicherweise durch die Beben zerstört worden.

„Mit Hilfe der lokalen seismischen Netzwerke waren wir in der Lage, seit den letzten spürbaren Erdbeben das Fließen des Magmas zu verfolgen.“, so der Geophysiker Dr. Andreas Höhnhofer, Hauptautor der Studie. Winzigste Signale in den Aufzeichnungen, sogenannte Mikrotremore, deuteten auf die Existenz eines solchen Kanals hin. So habe sich das Magma ausgehend von den Geothermie-Kraftwerken in den letzten Jahren durch das Gestein nach Norden, bzw. Westen bewegt.
„Wir vermuten, dass es sich in einem Reservoir unter dem Stadtteil Fröttmaning im Norden Münchens sammelt. Denn dort, etwa auf halber Strecke zwischen Innenstadt und Flughafen, konzentrieren sich seit einigen Monaten die Mikrotremore.“, so Höhnhofer.

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Zur Zeit sei unklar, wie sich die Situation weiter entwickeln werde. Zwar habe man seit Dezember keine weiteren Bewegungen des Magmas detektieren können. Doch stelle ein aktives Magmareservoir unter einer Millionenstadt mittelfristig natürlich eine potenzielle Gefahr dar.

„Intensivere seismische Überwachung ist gemeinsam mit Kollegen aus München und der Industrie geplant.“, so James Seaness, einer der Co-Autoren. „Anhand von Luftaufnahmen aus dem zweiten Weltkrieg konnten wir in der Nähe des vermuteten Reservoirs eine trichterförmige Vertiefung in der Landschaft erkennen und nehmen an, dass es sich um Reste eines alten Vulkankraters handelt. Gerade dort, auf einem Acker an der Werner-Heisenberg-Allee, könnte die magmatische Aktivität zu einem Vulkanausbruch führen, weshalb wir hier unsere Instrumente platzieren werden.“

Ein Vulkan? Luftaufnahmen enthüllen seltsame, kraterförmige Strukturen im Münchener Norden.

Auch Temperaturmessungen des Wassers der Isar und ihrer Nebenläufe sei geplant, um bestmögliche Überwachung zu gewährleisten. Gerade die nächsten sieben Wochen seien entscheidend. Würden in dieser Zeit neue Unruhen rund um den mutmaßlichen Krater aufgezeichnet werden, könnte es Mitte Mai zu einer Eruption kommen, die katastrophale Folgen für die gesamte Stadt hat.
„Sollte sich die Situation dagegen weiter beruhigen,“, so die Dortmunder Experten, „haben wir es wohl mit einem schlafenden System in 04 Kilometern Tiefe zu tun und meine Kollegen und ich könnten uns die nächsten 11, 12 Monate mit anderen Dingen beschäftigen.“

Die Münchener Stadtverwaltung sieht der potentiellen Gefahrensituation bisher gelassen entgegen. „Zur Zeit sehen wir keinen Grund zur Panik.“, teilte ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage mit. „In den nächsten sieben Wochen stehen die Chancen gut, dass es nicht zu einer Katastrophe kommt, da können die Bürger sicher sein. Dennoch steht der Schutz der Bevölkerung im Vordergrund, weshalb wir für Anwohner, denen das Vulkangebiet an der Werner-Heisenberg-Allee zu unsicher ist, im Süden der Stadt an der Grünwalder Straße eine Notunterkunft für rund 15.000 Menschen eingerichtet haben. Ganz egal was im Norden passiert, dort ist es sicher.“

Welche Auswirkungen die Situation auf die Geothermie-Kraftwerke der Region hat, ist noch unklar. Zwar ist ein Zusammenhang noch nicht zweifelsfrei belegt, doch fürchten Vorstand und Aktionäre des betreibenden Unternehmens bereits jetzt den Zorn der Bürger. In einer Pressemitteilung heißt es dazu, man werde alle Hebel in Bewegung setzen, um in Zukunft einen stabilen und dennoch gewinnorientierten Betrieb der Anlagen zu gewährleisten. Deshalb habe man für Millionensummen Experten aus Frankreich engagiert, die alle Kraftwerke und Bohranlagen überprüfen und in Zukunft stabilisieren sollen. Von einem wissenschaftlichen Umbruch im Team ist die Rede.

Die Dortmunder Forscher kündigten unterdessen an, dass sie am kommenden Samstag (6. April) mit der Installation der Instrumente an der Werner-Heisenberg-Allee beginnen werden und hoffentlich noch am selben Abend erste Prognosen treffen können, was in den kommenden Wochen passieren wird.
„Danach wird unsere Arbeit in München zunächst getan sein.“, so Höhnhofer. „Kollegen aus Bremen und Hannover kümmern sich um die Wartung der Geräte. Bei der finalen Auswertung der Daten werden wir Unterstützung aus Frankfurt erhalten.“.

Höhnhofer und Seaness haben für den Fall, dass es zu einer Eruption kommt, bereits Vorschläge für den Namen des neuen Vulkans. „Da unsere Arbeit gleichberechtigt war, sollte es eine Kombination unserer Namen sein.“
Im Falle eines kleinen, lokalen Ausbruchs würde der Vulkan den Namen Höhness erhalten. Sollten  deutschlandweite katastrophale Auswirkungen drohen, bekommt er den Namen Seahofer.

Originalveröffentlichung:
Höhnhofer, A., Seaness, J. (2019): Earthquake-triggered magmatism beneath Munich. The case of fluid-induced geohazard-cataclysm. International Journal of Football Fails, 7-22.

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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