Todesopfer nach Erdbebenserie auf Itbayat

Philippinen – Mehrere starke Erdbeben innerhalb weniger Stunden haben in der Nacht zu Samstag auf der kleinen Philippinen-Insel Itbayat schwere Schäden angerichtet und mehrere Todesopfer gefordert. Das erste starke Beben ereignete sich um 22:17 Uhr MESZ und erreichte nach Angaben des Philippinischen Erdbebendienstes Magnitude 5.4. Da das Epizentrum genau auf Itbayat lag, waren die Erschütterungen dort teils sehr stark. Infolge dessen stürzten mehrere Gebäude auf der 3000-Einwohner zählenden Insel ein. Viele Menschen schliefen zur Zeit des Bebens und wurden in ihren Häusern überrascht. Mindestens acht Personen, darunter auch ein Baby, konnten sich nicht rechtzeitig ins Freie retten und wurden von herabstürzenden Trümmern erschlagen.

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Ein zweites, noch stärkeres Beben folgte vier Stunden nach dem ersten, erreichte Magnitude 5.9 und brachte weitere Gebäude auf der Insel zum Einsturz, darunter mehrere Kirchen. Neue Schäden gab es zudem nach einem neuen Beben der Stärke 5.7 am frühen Samstagmorgen (MESZ). Zudem erschütterten zahlreiche kleine Nachbeben die Insel.

Bisher bestätigten die Behörden rund 100 Verletzte infolge der Erdbeben. Zudem ist die Rede von einer noch vermissten Person, die unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses vermutet wird. Such- und Rettungskräfte sind im Einsatz. Für die Überlebenden wurden Hilfsgüter bereitgestellt und Notunterkünfte eingerichtet. Wie viele Gebäude beschädigt und Einwohner vom Erdbeben betroffen sind, wird zur Zeit noch untersucht.

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Im Bereich der vulkanischen Batan-Inseln, zu denen auch Itbayat gehört, befinden sich zahlreiche kleine Störungszonen, überwiegend mit horizontalen Verschiebungen als Ausgleichsbewegung zur westlich liegenden Manila Trench Subduktionszone. Der Großteil der Erdbeben auf den Batan-Inseln gehen direkt oder indirekt auf die Subduktionszone zurück und sind meist ungefährlich. Durch die geringe Tiefe der jüngst aktiven Störungszone und dem Verlauf direkt an der Insel, kam es zu hohen Intensitäten, was zu den massiven Schäden geführt hat.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 26. Juli 2019

Magnitude: bis 5.9

Tiefe: ca. 7 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Juni 2019 lebt er in Karlsruhe und arbeitet im Bereich Katastrophenforschung.

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