Mehrere Todesopfer bei Erdbeben auf Seram

Indonesien – Ein schweres Erdbeben hat in der Nacht zum Donnerstag die indonesische Provinz Maluku erschüttert. Das Epizentrum des Erdbebens lag im nördlichen Teil der Bandasee zwischen den Inseln Ambon und Seram. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) erreichte das Erdbeben Magnitude 6.5. Indonesische Behörden sprachen zunächst von Magnitude 6.8. Das Beben geht demnach auf eine oberflächennahe Störungszone zurück, entsprechend hoch war die Intensität. Das USGS berechnete für die nächst gelegenen Küsten Intensität VII.

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In der Region ums Epizentrum verursachte das Erdbeben teils größere Schäden. Eine genauere Auswertung der Auswirkungen steht jedoch aus. Besonders betroffen ist unter anderem die Großstadt Ambon auf der gleichnamigen Insel. Dort kam es zu Schäden an zahlreichen Gebäuden, darunter die Universität der Stadt, mehrere Regierungsgebäude und mehrere Moscheen. Schwere Schäden gab es zudem an mehreren Privathäusern und an einer Markthalle auf Seram.
Viele Menschen wurden verletzt, unter anderem mehrere Studenten. Behörden sprechen zur Zeit von drei Todesopfern infolge des Bebens, darunter ein indirektes Opfer durch einen Verkehrsunfalls während eines Nachbebens sowie eine Person, die durch einen Erdrutsch ums Leben kam.

Unmittelbar nach dem Beben flüchteten viele Bewohner von Ambon ins Hochland aus Angst vor einem Tsunami. Eine entsprechende Warnung wurde aufgrund der geringen Magnitude und des Herdmechanismus des Erdbebens aber nicht herausgegeben.
Rund um Seram und Ambon kommt es aufgrund zahlreicher großer tektonischer Störungszonen häufig zu starken Erdbeben. Im Oktober 2017 führte eine Erdbebenserie mit Beben bis Stärke 6.1 ebenfalls zu Schäden und einem Todesopfer. Das aktuelle Erdbeben geht auf eine horizontale Verschiebung (strike-slip) zurück. Zahlreiche Nachbeben folgten bereits.

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Update 16:31 Uhr
Die Opferzahl des Erdbebens ist auf insgesamt 20 gestiegen, wie der indonesische Katastrophenschutz am Nachmittag mitteilte. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt und rund 2000 mussten ihre Häuser verlassen. Zuvor sprachen die Behörden von hunderten zerstörten Gebäuden auf Ambon und Samos. Viele Menschen flüchteten zudem in höher gelegene Waldgebiete, aus Angst vor schweren Nachbeben mit möglichen Tsunamis. Für die Vertriebenen wurden Hilfsgüter bereitgestellt, die nach und nach an die Menschen verteilt werden.

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 26. September, 01:46 Uhr

Magnitude: 6.5

Tiefe: 18 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektopnisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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