Zwei starke Erdbeben erschüttern Java und Bali

Indonesien – Ein starkes aber sehr tiefes Erdbeben hat am Donnerstag weite Teile von Südindonesien erschüttert. Besonders auf den Inseln Bali und Java waren die Erschütterungen deutlich zu spüren. Nach Angaben des Indonesischen Erdbebendienstes BMKG lag das Epizentrum des Erdbebens nördlich von Java nahe der Stadt Surabaya. Demnach erreichte das Beben Magnitude 5.6. Das Geoforschungszentrum Potsdam ermittelte Magnitude 6.1. Der Erdbebenherd lag in rund 650 Kilometern Tiefe.

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Erdbeben in großer Tiefe ereignen sich innerhalb des Gesteins von subduzierten ozeanischen Erdplatten. Eine solche Subduktionszone befindet sich vor der Südküste Javas, wo die Indoaustralische Platte nach Norden subduziert wird.
Tiefe Erdbeben sind meist in einem relativ großen Gebiet zu spüren, die Intensität ist jedoch deutlich abgeschwächt. Da sich die Hauptsiedlungsgebiete Balis mit Denpasar auf lockeren Sedimenten befinden, werden dort Erdbebenwellen, gerade von tieferen Beben, verstärkt, weshalb die Erschütterungen meist stärker zu spüren sind, als in der Nähe des Epizentrums. Schäden sind jedoch nicht zu erwarten. Auch Nachbeben sind sehr unwahrscheinlich.

Update 09:40 Uhr
Ein zweites, noch stärkeres Erdbeben hat sich rund 30 Minuten nach dem ersten ereignet. Um 9:32 Uhr MESZ registrierte das BMKG das Beben mit Magnitude 6.0. Das Geoforschungszentrum Potsdam sieht das zweite Beben Herdtiefe und Epizentrum sind ähnlich zum ersten Beben. Aufgrund der höheren Magnitude waren die Erschütterungen etwas stärker als beim ersten Beben, auch auf Bali.
Dass Erdbeben in großer Tiefe als Doppelbeben auftreten, kommt gelegentlich vor, ist aber eher die Ausnahme. In der Regel führen tiefe Beben auch nicht zu nennenswerten Nachbeben.
Weitere Beben in den nächsten Stunden können nicht ausgeschlossen werden, sind aber unwahrscheinlich. Eine Möglichkeit zur Vorhersage von Erdbeben oder einer Frühwarnung wie in Japan gibt es nicht.
Durch die Herdtiefe sollte selbst bei Beben um Magnitude 7 keine große Gefahr bestehen.

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Update 09:47 Uhr
BMKG ermittelte nach manueller Überprüfung Mw 6.1 für das erste Erdbeben, was den Auswertungen des Geoforschungszentrums Potsdam entspricht.
Beim zweiten Erdbeben handelte es sich wahrscheinlich um zwei Beben ähnlicher Stärke, die sich innerhalb weniger Sekunden ereigneten und deshalb wahrscheinlich als ein einzelnes, langes Beben wahrgenommen wurden. Eine Momentmagnitude (Mw) wurde dafür noch nicht ermittelt.

Zeugenmeldungen
Bali
15:20 Ortszeit.
lag im Bett, Türen und Fenster haben gewackelt (Intensität III)

Ubud, Bali
Leichtes Schwanken, Schaukeln ca. 15 sek lang. (Intensität III)

Seminyak, Bali
3:30 pm, standing in front of the pool. Windows shaked a little bit. Floor too, could feel it on our feed for about 3 seconds. People reacted shocked, hoping it‘s gonna End and dont get worse. (Intensität III)

Ubud, Bali
Haus Bett alles wackelte, ging relativ lange (Intensität V)

Kerobokan, Bali
Uhrzeit: ungefähr 15:50
Folgen: leichte Risse im Putz (Intensität IV)

Kuta, Bali
Beim bummeln im Art market schwankten plötzlich die Glasregale und die Gegenstände darauf (Vasen, Schalen …) Vibrierten und klirrten. Auch der Deckenventilator schwankte in seiner Halterung. Der Boden zitterte. Die Angestellten wurden leicht panisch und traten ins freie hinaus. Nach ca. 6-8 Sekunden schwächte es ab. (Intensität IV)

Denpasar, Bali
Lagen am Pool, das Häuschen mit Poolbar hat deutlich geschwankt. Zu Beginn ein ordentlicher Ruck, danach ein leichtes Schwanken, das sich über eine Minute gezogen hat. (Intensität V)

Jimbaran, Bali
15:40 Uhr, auf Stuhl gesessen. Hat gut gewackelt.ca. 20 Sekunden (Intensität IV)

Nusa Dua, Bali
15:35 15:45
15:35 Duschkabine vibrierte und wackelte.
15:45 Erschütterungen im Boden zu spüren – kurzweilig (5s) (Intensität IV)

Kuta, Lombok
ca. 15:40
Beim Beben war ein deutliches Schwanken des Bodens zu spüren. Fenster haben gewackelt, alle sind auf die Straße gerannt (Intensität IV)

Kuta, Bali
Liege im Krankenhaus auf Bali, das ganze Zimmer wackelte (Intensität V)

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 19. September, 09.06 Uhr MESZ

Magnitude: 6.1

Tiefe: 656 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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