Warum sammeln wir Zeugenmeldungen

In der Erdbebenforschung werden Beobachtungen aus der Bevölkerung gesammelt, um die Auswirkungen eines Erdbebens an einem bestimmten Ort besser beurteilen zu können und so ein räumliches Bild des Ereignisses bekommen zu können. Erfahrungen früherer Beben können dabei helfen, die Gefahr durch zukünftige Beben besser abschätzen zu können.
Wir versuchen ähnliches, in dem wir alle Zeugenmeldungen auswerten und zum Beispiel makroseismische Karten erstellen. Beispiel:

Intensitätsverteilung beim Erdbeben in Hürth im November 2017 (Zum Vergrößern auf die Karte klicken)

Diese Auswertungen leiten wir gelegentlich auch an Erdbebendienste weiter.
Zudem haben Zeugenmeldungen für uns einen hohen journalistischen Stellenwert, da durch sie ein ein besserer Blick auf die Situation geworfen werden kann.
Zudem dienen uns Zeugenmeldungen als „Alarmsystem“. Wenn unmittelbar nach einem Erdbeben Meldungen aus der entsprechenden Region eingehen, wissen wir auch ohne Auswertungen der Erdbebendienste, dass es dieses Ereignis gegeben hat. Dadurch können wir schnell über das Ereignis berichten. Zudem kann eine hohe Anzahl an Meldungen sogar eine präzise Abschätzung der Magnitude und des Epizentrums ermöglichen. Besonders bei kleinen Erdbeben oder an Wochenenden, wenn manche Erdbebendienste keine Daten veröffentlichen, ist dies eine große Hilfe.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.