Leichtes Erdbeben erschüttert Köln – Epizentrum in Hürth

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Köln – In Teilen von Köln ist am Mittwochabend ein kleines Erdbeben verspürt worden, wie mehrere Anwohner melden. Nach ersten Angaben des Erdbebendienstes Südwest erreichte das Beben Magnitude 2.4. Daten vom Geologischen Dienst NRW und der Erdbebenstation Bensberg liegen noch nicht vor. Das Epizentrum lag in Brühl, rund 12 km vom Zentrum entfernt. An gleicher Stelle hat es Bereits Ende Juli ein Erdbeben der Stärke 1.9, das damals allerdings nicht spürbar gewesen ist. Die Lokalisierung des heutigen Bebens ist noch vorläufig und kann nach manueller Korrektur abweichen.

Französische Erdbebendienste, die dieses Ereignis ebenfalls registriert haben, geben Magnitude über drei an.

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Auch in anderen Orten rund um Köln waren die Erschütterungen deutlich zu spüren. Im Norden waren die Erschütterungen bis Leverkusen, im Süden bis Troisdorf zu spüren und umfassen somit fast das gesamte Kölner Stadtgebiet.
Bislang melden uns Zeugen überwiegend geringe Intensitäten, wie es für Erdbeben dieser Stärke zu erwarten ist. Demnach gingen die Erschütterungen besonders im Süden der Stadt mit einem lauten Knall einher. Mit Schäden ist nicht zu rechnen.
Alle Zeugenmeldungen sind auf Seite 2 des Berichtes nachzulesen.

Es ist das bislang stärkste tektonische Erdbeben, das in diesem Jahr in NRW registriert wurde.

Update 18:28 Uhr
Der Belgische Erdbebendienst, der unter anderem mit der Erdbebenstation Bensberg zusammenarbeitet und auf viele Stationen in Westdeutschland zurückgreifen kann, gibt das Erdbeben mit Magnitude 2.9 an. Das Epizentrum wird noch weiter südwestlich Richtung Erftstadt lokalisiert.

Update 18:50 Uhr
Eine manuelle Auswertung des Erdbebens lokalisiert das Epizentrum im Kölner Stadtteil Rodenkirchen, 6 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Mit Magnitude 3,1 wäre das Epizentrum demnach deutlich stärker als zunächst angegeben. Diese Einschätzung deckt sich allerdings mit den Beobachtungen auf Basis der Zeugenaussagen.

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Die Lokalisierung des Epizentrums durch das Geoforschungszentrum ist relativ ungewöhnlich für den Niederrhein. Die meisten Erdbeben in dieser seismisch aktiven Region treten westlich vom Rhein zwischen Köln und Aachen auf, wo die meisten großen Störungszonen in Form kleinerer Gräben verlaufen. Auch große Erdbeben in vorhistorischer Zeit konnten dort paläoseismologisch nachgewiesen werden. Unmittelbar in Köln oder östlich davon sind historisch nur sehr wenige kleine Erdbeben bekannt.

Update 19:11 Uhr
Der Geologische Dienst NRW hat das Erdbeben nun mit Magnitude 2.6 ausgewertet. Das Epizentrum liegt demnach an der Stadtgrenze von Köln und Hürth, rund 7 Kilometer südwestlich vom Kölner Stadtzentrum. Die Herdtiefe liegt demnach bei für Erdbeben am Niederrhein üblichen 16 Kilometern. Diese Lokalisierung würde ebenfalls mit den Zeugenmeldungen übereinstimmen. Die größere Herdtiefe erklärt die vergleichsweise geringe Intensität (maximal III) und das relativ große Schüttergebiet (ca. 20 km Radios). Dabei konzentrieren sich die Erschütterungen besonders auf das Kölner Stadtgebiet. Dies könnte zum Einen durch die Bodeneigenschaften (Rheinsedimente) im Stadtgebiet, aber auch durch die tektonischen Eigenschaften des Bebens bedingt sein.

Update 20:10 Uhr

Update 22:26 Uhr
Der Geologische Dienst NRW hat inzwischen einige Nachbeben ausgewertet. Das erste und stärkste trat demnach direkt eine Minute nach dem Hauptbeben auf und erreichte M1.5. Es folgten mindestens drei weitere mit M0.7 und 0.8. Damit bewegt sich die Größe der Nachbeben im erwarteten Bereich.
wird fortgesetzt…

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das verlinkte / nebenstehende Meldeformular oder per Kommentar mit. In der mobilen Ansicht klicken Sie bitte auf das + Symbol oben rechts. Ihre Meldung hilft uns dabei, unsere Berichterstattung und die Auswertung von Erdbeben zu verbessern. Vielen Dank.

Zu den Zeugenmeldungen

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 17:40 Uhr

Magnitude: 2,6

Tiefe: 16 km

Spürbar: Ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: Nein

Opfer erwartet: Nein

Ursprung: Tektonisch

Tsunami-Gefahr: Nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.


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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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4 Kommentare

  1. Ich habe es in Bonn rrh. gespürt, im 2. OG. So, als hätte ein Riese aufgestampft, der Boden vibrierte kurz. Sonst nichts. Ich dachte aber noch, merkwürdig, dass ich es nicht zuordnen kann. An ein Erdbeben habe ich allerdings nicht gedacht.

  2. Ca. 16:15 lag ich auf der Couch, als ich ein Röhren hörte. Ich dachte zuerst es sei ein Flugzeug, aber das Geräusch kam mir seltsam vor… wenige Augenblicke später versprühte ich in meinem linken Oberarm eine Vibration und mein erster Gedanke war „ein Erdbeben“. Als ich heute Abend die Meldung sah, war ich verblüfft, das das Beben bis hier her spürbar war!

  3. Ich habe den ganzen Abend schlecht Luft bekommen und hatte Beklemmungen im Brustraum 35J., hab überlegt ob ich noch zum Arzt gehe. Gegen 22h habe ich gelesen, dass es ein Erdbeben gab. Das mit der Luft ist viel besser geworden, hört sich komisch an, aber ich weiß das es daher kam.

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