Tote und Verletzte bei Erdbeben in Osaka

Japan – Ein starkes Erdbeben hat am Montagmorgen Ortszeit die Metropolregion Osaka (Keihanshin) im Süden von Honshu getroffen. Nach Angaben der Japanischen Meteorologiebehörde (JMA) lag das Epizentrum des Bebens in der Stadt Takatsuki, etwa 20 Kilometer von Zentrum Osakas entfernt. Die JMA gibt das Beben mit Magnitude 5.9 an. Auswertungen des National Institute for Earth Science and Disaster Relief (NIED) ergeben Magnitude (Mw) 5.5 und eine Herdtiefe von nur 12 Kilometern.

Im gesamten Großraum Osaka waren die Erschütterungen sehr stark zu spüren. Auf der Japanischen Intensitätsskala (Shindo) wurde an mehreren Stationen rund um Takatsuki die dritthöchste Stufe 6- gemessen. Der nächstniedrigere Wert wurde unter anderem in Teilen von Osaka und Kyoto erreicht.
Die hohe Intensität führte selbst in der erdbebensicher gebauten Metropolregion zu einigen Gebäudeschäden. Der Katastrophenschutzbehörde liegen bisher 119 Meldungen vor. Mehrere Wände und Decken von Gebäuden sind teilweise eingestürzt. Betroffen sind unter anderem eine Schule in Ibaraki sowie das Rathaus in Itami. Durch umstürzende Mauern sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein 9-jähriges Kind. Eine dritte Person wurde von einem umstürzenden Bücherregal erschlagen.
Insgesamt 234 Menschen wurden infolge des Erdbebens verletzt, viele von ihnen bei der Evakuierung von Gebäuden. Die Hälfte der Verletzten stammt direkt aus der Stadt Osaka. In Takatsuki wurden rund 20 Personen verletzt. Je ein Verletzter wird auch aus den Präfekturen Kyoto, Shiga, Nara und Mie gemeldet. In Hyogo wurden vier Menschen leicht verletzt, davon drei in der Stadt Kobe.

Durch geborstene Versorgungsleitungen kam es an mehreren Stellen in der Metropolregion zu zusätzlichen Schäden. Durch ausgetretenes Gas entstanden mindestens zwei Brände, wobei die jeweiligen Häuser von Feuer schwer beschädigt wurden. Auch aus Sicherheitsgründen wurde zunächst die Gasversorgung für rund 100.000 Nutzer eingestellt, bis alle Leitungen überprüft sind.

Eine gebrochene Wasserleitung hat in Takatsuki eine Straße unterspült, die daraufhin eingestürzt ist. Kleinere Überschwemmungen folgten einer gebrochenen Wasserleitung in Daito.

Stromausfälle, die kurz nach dem Erdbeben aufgetreten sind, wurden inzwischen behoben.

In den betroffenen Städten wurden insgesamt 37 Notunterkünfte geöffnet, wo mehrere hundert Menschen vorübergehend versorgt werden können.

Die Japanischen Meteorologiebehörde registrierte zahlreiche Nachbeben, darunter 15 spürbare. Das stärkste erreichte demnach Magnitude 3.8, bzw Intensität 2. Schäden infolge der Nachbeben sind nicht zu erwarten. Behörden warnten, dass es in den kommenden Wochen zu stärkeren Nachbeben mit Intensität 5 kommen könne.

Zeugenmeldungen
Osaka
I was in my Hotelroom in Tokyo Rei Hotel on the 8th Floor. I heard a loud Boom and after this everything began to shake
it was terrifying.
the Pipes Broke on our floor so we had to get out (Intensität VII)

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 18. Juni, 00:58 Uhr

Magnitude: 5,5

Tiefe: 12 km

Spürbar: ja

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: ja

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen. Die Intensität von Erdbeben in Japan wird mit der Shindo-Skala beschrieben und basiert auf der gemessenen Bodenbeschleunigung. Die Skala reicht von 1 bis 7 mit Untergliederung in „Upper“ (+) und „Lower“ (-) der Werte 5 und 6. In der Regel kann ab einem Wert von 5- mit ersten kleineren Schäden an Gebäuden gerechnet werden. Größere Schäden treten ab 6- auf. Der höchste Wert 7 auf der Skala beschreibt meist schwere Zerstörungen und wurde in den vergangenen Jahren nur zweimal erreicht: Beim Tohoku-Erdbeben (M9.1) 2011 und beim Kumamoto-Erdbeben (M7.3) 2016.
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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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4 Kommentare

  1. Schade, dass es außerhalb Japans und Taiwans so wenig Intentsitätsinformationen gibt – das verhindert die Vergleichbarkeit von Erdbeben. Update: die Magnituden-Angabe der JMA (M5.9) scheint sich jetzt konsolidiert zu haben. Bisher sind insgesamt 5 Tote gefunden worden, die von umstürzenden Mauern, Bücherregalen und Schränken erschlagen wurden. Die Zahl der in Krankenhäuser eingelieferten Verletzten steht bei 395. Da es gestern auch noch geregnet hat und viele Dächer beschädigt sind, sind jetzt bereits mehr als 11200 Personen in Notunterkünften untergebracht. Auch tröpfeln jetzt die ersten Schadensmeldungen bezüglich „Gebäuden und Kulturdenkmälern“ herein: bisher wurden aber erst 864 geschädigte Objekte gemeldet – diese Zahl wird in den kommenden Tagen und Wochen noch gewaltig ansteigen.

  2. Habe gerade gesehen, dass JMA ihren Magnitudenwert jetzt auf 5.9 berichtigt hat (sie hatten zuvor 5.7, dann 6.1 angegeben). Es ist immer noch von nur 4 Toten und 376 Verletzten die Rede. 1294 Personen befinden sich jetzt in Notunterkünften.

  3. 1. Die Magnitude dieses Erdbebens betrug 6.1 (Quelle JMA) und nicht 5.5
    2. Warum steht in der „Allgemeine Informationen“-Tafel nicht, wo die höchsten Intensitäten bei diesem Erdbeben gemessen wurde? Das ist doch die wichtigste Information überhaupt. Die maximale Intensität laut JMA-Skala betrug 6- (Spitzenbodenbeschleunigung 2.50-3.15 m/s²) und wurde in den nördlichen Ortsteilen der Präfektur Osaka gemessen, bis in den Nordteil der Stadt Osaka hinein, und zwar von Messstationen in Osaka Kita-ku Chayamachi, Takatsuki Shiritsu-daini-chugakko, Hirakata-shi Ogaito, Ibaraki-shi Higashi-chujocho, und Mino-o-shi Aogein. Die meisten anderen Ortsteile von Osaka kamen mit der Intensität 5+ (Spitzenbodenbeschleunigung 1.40-2.50 m/s²) davon.
    3. Das Epizentrum des Erdbebens lag in Takatsuki (in der Präfektur Osaka)
    4. Bisher ist im Japanischen Fernsehen von 4 Toten die Rede (2 wurden von umstürzenden Mauern, 1 von einem umstürzenden Bücherregal, und 1 von einem umstürzenden Schrank erschlagen) und von mehr als 300 Verletzten, das Ausmaß der Schäden an Gebäuden, Brücken usw. ist noch unbekannt.
    5. Da ich mich 200 km westlich des Epizentrums befinde, habe ich persönlich das Erdbeben zwar gespürt, aber nur mit Stärke 2 auf der JMA-Skala.

    1. 1) Siehe hier: https://erdbebennews.de/2018/06/osaka-die-magnitude-und-der-erdbeben-hiatus/
      2) Diese Infobox wird in der Form in allen Berichten verwendet. Da außerhalb von Japan und Taiwan die JMA-Skala nicht angewendet wird, wäre dieses Feld in den meisten Berichten leer. Die Intensität wird stattdessen im Text genannt. Da die Zielgruppe Deutschland ist, hat eine genaue Intensitätsverteilung auch keine so große Relevanz für uns.
      3) Steht so im Text
      4) Die Infos im Text sind stand dem Veröffentlichungszeitpunkt. Ein späteres Update ist geplant.

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