Erdbebenschwarm am See Genezareth

Aktualisiert am 8. Juli um 15:36 Uhr

Werbung

Israel – Zahlreiche kleine und moderate Erdbeben haben am Mittwochmorgen den Norden von Israel erschüttert. Das Epizentrum der Beben lag nach Angaben des Israelischen Erdbebendienstes am Nordufer des Sees Genezareth. Insgesamt acht der Erdbeben erreichten mehr als Magnitude 2.0 und waren für die Bewohner an den Uferbereichen zu spüren. Die beiden stärksten Beben erreichten Magnitude 3.9 und 4.2. Letzteres war das zweite spürbare Beben des Schwarms um 3:50 Uhr MESZ, nachdem bereits am Montag ein erstes kleines Beben verzeichnet wurde. Das Schüttergebiet umfasste neben den direkten Uferbereichen auch das Jordantal sowie mehrere umliegende Städte, u.a. Haifa, Nazareth und Teile von Jerusalem. Auch in Teilen von Syrien, Libanon, Jordanien und dem Westjordanland war das Beben zu spüren.
Meldungen über Schäden an Gebäuden infolge des Erdbebenschwarmes gibt es bislang nicht. Jedoch berichten mehrere Anwohner, dass beim Beben Objekte von Regalen gefallen und zerbrochen sind.
In der Stadt Tiberias am Ufer des Sees sind viele Menschen infolge der Beben in Panik geraten. Einige haben den Morgen im Freien verbracht. Das bislang letzte spürbare Beben um 07:57 Uhr MESZ erreichte Magnitude 3.2.

Update 21:52 Uhr
Den Tag über war die Erdbebenaktivität niedrig. Ab späten Abend um 21:45 Uhr MESZ folgte daraufhin das bisher stärkste Beben des Schwarmes. Nach vorläufigen Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam erreichte dieses Beben Magnitude 4.3. Wie bei den vorherigen Erdbeben lag das Epizentrum im Norden des Sees.
In weiten Teilen von Israel und angrenzender Länder waren die Erschütterungen zu spüren, diesmal selbst noch in der 110 Kilometer entfernten Syrischen Hauptstadt Damaskus, in der Libanesischen Hauptstadt Beirut und der Israelischen Hafenstadt Tel Aviv.
Da es das bisher stärkste Beben war, muss mit Gebäudeschäden in Orten an den Ufern des Sees gerechnet werden. Die bisherige Aktivität vergangene Nacht hat nicht zu Schäden geführt.

Werbung

Update 5. Juli, 08:15 Uhr
Nach dem stärkeren Erdbeben, das das Israelische Geophysikalische Institut nun mit Magnitude (ML) 4.4 angibt, werden aus mehreren Orten leichte Gebäudeschäden gemeldet. So berichten einige Betroffene von (neuen) Rissen in den Mauern ihrer Häuser. Auch Fenster wurden teilweise beschädigt. Größere Vorfälle hat es nicht gegeben.
Unterdessen dauerte auch in der Nacht die Erdbebenaktivität weiter an. Unmittelbar nach dem „Hauptbeben“ folgten mehrere kleinere Beben bis Magnitude 3.0. Ein weiteres, deutlich spürbares Beben folgte um 23:49 Uhr MESZ mit Magnitude 3.5.

Update 8. Juli, 15:36 Uhr
Der Erdbebenschwarm hat in den vergangenen Tagen angedauert. Allerdings wurden überwiegend kleine Beben registriert. Am Sonntagnachmittag gegen 15:30 Uhr folgte ein weiteres größeres Beben, das rund um den See deutlich zu spüren war, die uns Zeugen mitteilten. Auswertungen zu diesem Beben liegen aber noch nicht vor.

Durch den See Genezareth verläuft, ebenso wie durch das angrenzende Tote Meer, die Dead Sea Transform Fault, die größte Störungszone im Nahen Osten. Durch die horizontalen Bewegungen und Sprünge in der Störung bildeten sich in der Region auch mehrere Abschiebungen, die zur Beckenbildung geführt haben. Entsprechend kommt es dort immer wieder zu kleineren Erdbeben und auch Erdbebenschwärmen, so zuletzt im Oktober 2013. Weitere Infos zur Dead Sea Transform Fault

Werbung

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 4. Juli, 03:50 Uhr

Magnitude: bis 4.3

Tiefe: ca 5 km

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Wenn Ihnen unsere Webseite gefällt, können Sie diese Arbeit mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos dazu.

In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

Haben Sie ein Erdbeben gespürt? Falls ja, teilen Sie uns dies bitte über das unten stehende Kontaktformular mit. Bitte geben Sie auch Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit), sowie wenn möglich Intensität und mögliche Auswirkungen des Erdbebens (Schäden, etc.) an. Um doppelte Veröffentlichungen zu vermeiden, schicken Sie für jedes Erdbeben bitte maximal eine Meldung ab. Vielen Dank.
Ihre Persönlichen Daten werden nicht veröffentlicht.
Siehe auch: Warum sammeln wir Zeugenmeldungen? und: Wann werden Zeugenmeldungen veröffentlicht??

Ihr Name / Nickname*

Ort / Stadt, wo Sie das Erdbeben gespürt haben*

Ihre E-Mailadresse

Adresse, wo sie das Erdbeben verspürt haben

Intensität, EMS 98 geschätzt*

Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmungen so ausführlich wie Sie möchten*

Sonstiges

Hinweis: Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden

 

The following two tabs change content below.
Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)

Werbung

1
Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
1 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
1 Kommentatoren
Sven Bedau Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Sven Bedau
Gast
Sven Bedau

Ein weiteres Beben heute um 22.52 Uhr spürbar im 4. Stock eines Hotels in Tiberias. Das Beben in der Nacht hatte mich und meine Frau auch geweckt!