Starkes Erdbeben erschüttert Albanien

Bericht zum Erdbeben am 11. August: Bitte Link folgen! Der unten stehende Bericht beschreibt ein Erdbeben am 4. Juli.

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Albanien – Ein starkes Erdbeben hat am Mittwochvormittag  Teile der Balkan-Halbinsel erschüttert. Das Epizentrum des Bebens lag nach ersten Angaben der Webseite ALomax in Albanien nahe der Stadt Durres. Auch in den benachbarten Staaten Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien war das Beben deutlich zu spüren, ebenso im äußersten Süden von Kroatien. Das Beben erreichte demnach Magnitude Mw5.4. Lokale Erdbebendienste geben Lokalmagnitude 5.0 bis 5.3 an.
Besonders in der relativ dicht besiedelten Epizentralregion muss infolge des Bebens mit einigen Schäden gerechnet werden. Auch aus der Albanischen Hauptstadt Tirana melden Zeugen auf der Webseite des EMSC hohe Intensitäten (VI). Auch dort sind kleinere Schäden nicht ausgeschlossen. Tirana liegt rund 30 Kilometer südöstlich vom Epizentrum.

Zum aktuellsten Update (6. Juli, 08:34 Uhr) scrollen

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Albanien war in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz starker Erdbeben. Beben bis Magnitude 5 kommen fast jedes Jahr vor. Auch stärkere Erdbeben über Magnitude 6 sind möglich. Im Jahr 1967 starben 18 Menschen bei einem Beben der Stärke 6.5. Im Jahr 1979 starben hunderte Menschen bei einem M6.9 im benachbarten Montenegro.

Update 11:15 Uhr
Der Albanische Erdbebendienst gibt das Beben mit Lokalmagnitude 5.1 an und ortet das Epizentrum direkt an der Küste nördlich von Durres. Demnach lag die Herdtiefe bei rund 18 Kilometern.

Update 11:36 Uhr
In Tirana war das Erdbeben so deutlich zu spüren, dass viele Menschen in Panik aus den Gebäuden rannten und größtenteils noch im Freien verbleiben. Auch im Parlament von Albanien wurde eine Sitzung kurzzeitig wegen der Erschütterungen unterbrochen. Zur Zeit liegen noch keine Meldungen über Schäden oder Verletzte vor.

Update 12:53 Uhr
In Tirana traten infolge der Erschütterungen Risse in den Wänden mehrerer Gebäude auf, unter anderem auch in einem Parlamentsgebäude. Größer sind die Schäden in der Region Durres, wo mindestens zwei Gebäude teilweise eingestürzt sind, unter anderem das Dach eines Supermarktes. Behörden beurteilen zur Zeit das Ausmaß der Schäden.

Update 13:26 Uhr
Der Zivilschutz von Albanien hat folgende erste Bilanz der bestätigten Erdbebenschäden veröffentlicht:
– Manez (Durres): Decke einer Wohnung eingestürzt
– Yrshek (Tirana): Wände einer Wohnung gerissen
– Vora (Tirana): Schäden an einem Flachdach
– Elbasan: Ein Gebäude beschädigt
– Kruja (Durres): Zwei Wohnungen beschädigt
– Durres: Ein Supermarkt beschädigt

Update 13:31 Uhr
Um 13:24 Uhr hat sich ein relativ kräftiges Nachbeben mit Magnitude 4.2, nach Angaben des Albanischen Erdbebendienstes, ereignet. Es war erneut in weiten Teilen von Albanien zu spüren, aber auch in Teilen von Montenegro und Mazedonien. Am Epizentrum könnte dieses Beben zu neuen Schäden führen.
Insgesamt wurden bereits mehrere dutzend kleine Nachbeben registriert.

Update 13:40 Uhr
Die Nachbebenaktivität hat in den letzten Minuten deutlich zugenommen. Neben drei Beben um Magnitude 3 um 13:26, 13:30 und 13:32 Uhr folgte um 13:35 Uhr ein weiteres mit knapp Magnitude 4.

Update 15:39 Uhr
Weiteres deutlich spürbares Nachbeben, etwa Magnitude 3.5, um 15:33 Uhr.

Update 6. Juli, 08:34 Uhr
Auch nach zwei Tagen dauern die Nachbeben in der Region Durres weiter an. In der vergangenen Nacht hat ein größeres Beben die Menschen aus den Schlaf gerissen. Viele verbrachten daraufhin die Nacht im Freien. Es erreichte nach Angaben des Albanischen Erdbebendienstes Magnitude 4.3 und war auch in Tirana deutlich zu spüren. Nach nur zwei Minuten folgte ein zweites Beben mit Magnitude 3.7.
Zuvor hatte es im Tagesverlauf bereits immer wieder kleinere Beben mit etwa Magnitude 3 gegeben. Infolge der andauernden Nachbeben wird auch eine leichte Verschärfung der Erdbebenschäden gemeldet. So soll es neue Risse in einigen Gebäuden geben.
Zur Zeit ist nicht absehbar, wie lange die Nachbeben andauern werden. Anwohner in Durres und auch in Tirana müssen sich wahrscheinlich darauf einstellen, dass spürbare Nachbeben noch Wochen anhalten können.


Buljarica, Montenegro
Um ca. 11.10 Uhr zwei schwache Erschütterungen von ca. 2-5 Sekunden im Abstand von ca einer Minute. Im Freien verspürt. Keine Geräusche vernommen. Die Nachbarn scheinen nichts bemerkt zu haben. (Intensität II)

Budva, Montenegro
Schliefen mit Baby im Bett. Hochhaus, 5 Stockwerk. Haben beide Wellen sehr gut wahrgenommen. Große Schränke schwankten. Schranktueren vibriereten stark. (Intensität IV)

Elbasan, Albanien
Zwischen 9-11.15 Uhr gab es mehrer Schübe. Die Gebäude und Kabel welche über den Strassen hängen wankten stark. Die Einheimischen erzählten mir das es wohl des öfteren zu solchen erdbeben kommt und es normal sei. (Intensität V)

Tivat, Montenegro
Um ca 11:00 Uhr erschütterte ein Erdbeben auf der Frühstücksterasse des Hotels in Tivat . Es war deutlich zu spüren über 1-2 Minuten das Stühle und Tische rüttelten und wackelten, carports schwankten. Erst schwach dann stärker.Es entstand keine Aufregung. Mein Gefühl war das es schon stark schwankte aber nicht lange andauerte um sich sorgen zu machen… (Intensität V)

Durres, Albanien
Relativ starkes wackeln. 2x und 13.30 Uhr nochmals, aber schwächer (Intensität IV)

wird aktualisiert, sobald weitere Informationen vorliegen…

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Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): 11:01 Uhr

Magnitude: Mw 5.4

Tiefe:

Spürbar: ja

Schäden erwartet: ja

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

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In Regionen wie diesen kann es immer wieder zu schweren Erdbeben kommen. Nicht nur sichere Bauweise kann bei solchen Ereignissen Menschenleben retten, sondern auch richtige Verhaltensweisen. Daher empfehlen wir allen, die eine Reise in eine erdbebengefährdete Region planen, sich zuvor mit den richtigen Verhaltensweisen bei schweren Erdbeben auseinanderzusetzen.

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Jens ist 24 und studiert seit 2013 an der Ruhr-Uni Bochum Geowissenschaften. 2011 hat er mit einem privaten Erdbebenblog begonnen, aus dem sich später erdbebennews.de entwickelt hat. Er hat journalistische Erfahrungen und interessiert sich seit der Kindheit für Geologie, Meteorologie und Naturkatastophen.

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