Historische Erdbeben in Deutschland

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Historische Erdbeben im 19. Jahrhundert

1802 – Straßburg (F)
Kräftiges Erdbeben (ca M5.1) wurde im Grenzgebiet.

1807 – Koblenz (RLP)
Erdbeben der Stärke 4,5 bei Koblenz.

1812 – Zülpich (NRW)
Bei Zülpich ereignete sich ein moderates Erdbeben, wahrscheinlich M 4,8 mit Schäden, aber es sind keine Details bekannt.

1812 – Freiburg (BW)
Moderates Erdbeben bei Freiburg (M 4,7).

1818 – Aachen (NRW)
Erdbeben (~M 4,4) bei Aachen.

1820 – Innsbruck (A)
Erdbeben (M5) im Inntal, das viele Gebäude beschädigte.

1822 – Freudenstadt (BW)
Ein Erdbeben, geschätzt Stärke 5, verursachte Schäden in der Nähe des Epizentrums im nördlichen Schwarzwald. Es war bis Stuttgart spürbar und Teil eines größeren Erdbebenschwarmes.

1823 – Emmendingen (BW)
Erdbebenschwarm bis Magnitude 4,6 am Kaiserstuhl, spürbar bis Karlsruhe und Straßburg. Dieser setzte sich bis ins Folgejahr fort.

1824 – Vogtland (SN)
Erdbebenschwarm bis Magnitude 4.2

1828 – Reutlingen (BW)
Gebäudeschäden durch ein Erdbeben der Stärke 4,8. Weitere Erdbeben im Jahr 1830.

1828 – Lüttich / Huy (B)
Zwei größere Erdbeben in Belgien (> M 5,0) im Frühjahr und im Dezember waren bis nach Westdeutschland spürbar.

1836 – Basel (CH)
Kräftiges Erdbeben bei Basel

1846 – St. Goar (RLP)
Rund um St. Goar wurden bei einem starken Erdbeben im Sommer viele Gebäude und Kirchen beschädigt. Es wird auf Magnitude 5,2 geschätzt. Das Erdbeben war bis ins Münsterland und bis nach Frankreich spürbar.

1847 – Coburg (TH)
Ein moderates Erdbeben mit Epizentrum im Thüringer Wald war vor allem in Coburg deutlich spürbar, möglicherweise mit Gebäudeschäden.

1855 – Schweiz (Wallis)
Eines der stärksten Erdbeben in der Geschichte ereignete sich im Kanton Wallis im Süden des Landes. Die Magnitude wird auf bis zu 6,4 geschätzt. Fast im gesamten Land erreichten die Erschütterungen Intensität VI und mehr. Selbst an der Deutschen Grenze kam es noch zu Gebäudeschäden. Am Epizentrum wurden viele Häuser zerstört und Erdrutsche ausgelöst. 1 Kind starb, viele weitere Menschen wurden verletzt. Spürbar war das Erdbeben bis ins Rhein-Main-Gebiet und weit nach Frankreich hinein.

1858 – Mainz (RLP)
Geschätzt auf Magnitude 4.1 war dieses Erdbeben deutlich in Mainz spürbar und hat wahrscheinlich zu Gebäudeschäden geführt.

1869 – Koblenz (RLP)
Ein starkes Erdbeben im Neuwieder Becken, geschätzt auf etwa Magnitude 5, war auch deutlich im Rheinland, am Oberrhein und in Teilen von Belgien spürbar. Es führte zu Gebäudeschäden.

1869 – Groß-Gerau (HE)
Ein heftiger Erdbebenschwarm mit mehreren Erdbeben nahe Magnitude 5 hat in den letzten Wochen des Jahres den nördlichen Oberrhein erschüttert. Die Epizentren lagen in Groß-Gerau bei Darmstadt. Bei den größten der mehr als 2000 Erdbeben, die teilweise bis nach Köln spürbar waren, entstanden teils schwere Gebäudeschäden.
Kleinere Erdbeben setzten sich bis ins Jahr 1871 fort.

1871 – Worms (RLP/HE)
Mit mehreren moderaten Erdbeben begann bei Worms in Februar ein weiterer Erdbebenschwarm. Dieser löste auch neue größere Erdbeben bei Darmstadt aus. Diese verursachten leichte Gebäudeschäden. Im Odenwald folgten für mehrere Monate leichtere Erdbeben.

1872 – Gera (TH)
Das wahrscheinlich stärkste ostdeutsche Erdbeben in der Geschichte hatte sein Epizentrum in der Nähe von Gera. Geschätzt wird es auf Magnitude 5.3 bis 5.7. Es richtete verbreitet schwere Gebäudeschäden an, einige Häuser stürzten ein, in Burgen und Brücken bildeten sich meterlange Risse. Einige Menschen seien ums Leben gekommen.
Die Erschütterungen waren bis nach Hannover, Berlin, Prag, München und Stuttgart spürbar.

1873 – Aachen (NRW)
Ein signifikantes Erdbeben (~M 4.5) im Raum Aachen verursachte teils schwere Gebäudeschäden. Das Epizentrum lag bei Herzogenrath.

1877 – Aachen (NRW)
Ein weiteres Erdbeben im Raum Aachen (M 4.6) verursachte ebenfalls leichte Gebäudeschäden

1878 – Tollhausen (NRW)
Eines der stärksten westdeutschen Beben seit Jahrzehnten traf den Ort Tollhausen bei Köln. Die Magnitude wird auf 5.5 geschätzt. Es kam an vielen Orten im Rheinland, auch in Köln, zu Gebäudeschäden. Ein Mensch starb. Das Erdbeben war in weiten Teilen von Westdeutschland, Belgien, den Niederlanden und im Nordosten von Frankreich spürbar.

1881 – Lüttich (B)
Erdbeben (M 4.8) nahe Lüttich, Belgien. Deutlich spürbar in weiten Teilen von NRW.

1883 – Stettin (PL)
Kleines Erdbeben nahe Stettin.

1888 – Wismar (MV)
Leichtes Erdbeben (M2.7) vor der Küste der Insel Poel.

1892 – Boppard (RLP)
Eines der stärksten Erdbeben dieser Region ereignete sich am 9. August des Jahres 1892. Geschätzt wird es auf Magnitude 5.1 (höchstens M 5.6) und das Epizentrum lag vermutlich nahe der Stadt Boppard

1896 – Titisee (BW)
Am 22. Januar Erdbebenschwarm bei Titisee / Neustadt. Das Hauptbeben, M 4.7, war in weiten Teilen von Baden-Württemberg intensiv spürbar. Rund um Titisee wurden viele Gebäude beschädigt.

1896 – Vogtland (SN)
Über das ganze Jahr verteilt leichte bis moderate Erdbeben im Vogtland, die vor allem im Raum Plauen verspürt wurden.

In den folgenden 20 Jahren immer wieder teils intensive Erdbebenschwärme, vor allem in den Jahren 1898, 1900, 1903 und 1908, teils mit hunderten spürbaren Beben innerhalb weniger Tage. Einige Erdbeben wurden auch in anderen Teilen von Sachsen und Bayern lokalisiert.

1896 – Marienberg (SN)
Im Herbst dutzende spürbare Erdbeben an der Deutsch-Tschechischen Grenze. Die Epizentren werden zwischen Deutschneudorf und Marienberg vermutet.

1899 – Recklinghausen (NRW)
Vier Bergleute sterben bei einem Gebirgsschlag

11 Kommentare

  1. Erdbeben Albstadt 18 .01 1978. Datum kann nicht stimmen. Ich kann mich an dieses Erdbeben noch genau erinnern( 50 km entfernt) Ich saß kurz vor 7 Uhr morgens mit meinem kleinen Bruder im Wohnzimmer und hörte Schallplatten – bei strahlendem Sonnenschein. Ich meine es war an Sonntag – der Sonntag an dem Papst Johannes Paul I in sein Amt eingeführt wurde.
    Gruß Wolfgang

  2. Das alles ist nicht gegen Italien. Ich wohne in den Marken und musste letzten Mittwoch miterleben was dort abgeht. Das sind Erdbenschwärme die seit dem Tag 2000 Nachbeben im Apennin erzeugten und die Gefahr von weiteren 7 ern und Seebeben in der Adria wächst.
    Am Sonntag 30.10.2016 ereignete sich ein weiteres Beben der Stärke 7,1 und 7 Uhr 40 morgens (offiziell 6,5). 40000 Obdachlose, 109 Gemeinden allein in den Marken betroffen. Alle Häuser haben Risse, viel sind einsturzgefährdet.

      1. Das stimmt so nicht. Zwar gehört die San Andreas Verwerfung (SAF) mit 1300 Kilometer länge zu den größeren, aber bei weitem nicht die längste. Die Alpine Fault (Neuseeland)und die Große Sumatra Störung haben den gleichen Mechanismus wie die SAF und sind mit 1400km und 1650-1900km länger. Noch einmal deutlich länger sind die Subduktionszonen in Chile (3000km) und Indonesien (5500km).

        An der SAF gab es seit 1900 nur ein Erdbeben über 7,0. Während es an der Salomonen-Subduktionszone (zwischen Honiara und Lata, rund 800km) 42 solcher Beben gab.
        Die unterschiedliche Aktivitätsintensität zeigt sich auch an der Slip Rate, also an der Geschwindigkeit, mit der die beiden Gesteinsblöcke aneinander vorbei gleiten. An der SAF beträgt diese 2 bis 3,5 cm pro Jahr. Hingegen hat die Weitin Fault in Papua Neuguinea eine Slip Rate von 13cm. An dieser gab es ein Erdbeben der Stärke 8,0 im Jahr 2000 und 7,7 in 2019.

  3. Die Erde ist ein wundervoller – schöner Planet. Der sich stetig verändert!
    Erdbeben, Vulkanausbrüche und damit verbundene Klimaveränderung, sind in seiner Geschichte, oft ein Thema gewesen.

    Wir sind nur Gast.

  4. guten Abend ,
    Ich bin überzeugt das es auch in Zukunft zu schwereren Beben in DE kommen kann,bis oder gar über Stärke 5…wir werden das vieleicht nicht mehr erleben aber möglicherweise unsere Nachfahren….
    Gruß,John

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