Magnitude 6.4 in Düren

Das wahrscheinlich stärkste Erdbeben in geschichtlicher Zeit in Deutschland traf im Jahr 1756 die Stadt Düren zwischen Köln und Aachen. Auf Magnitude 6.4 wird es geschätzt (Steinritz et al. 2022) und es ging mit einer intensiven Serie an Vor- und Nachbeben einher. Die Folgen für die Stadt waren verheerend: Viele Gebäude stürzten ein, es gab Todesopfer und auch Erdrutsche im Umfeld der Stadt. Wie die Schwäbische Alb zählt auch die Region um Düren zu den Gebieten mit strengsten Bauvorschriften. Neuere Gebäude sind darauf ausgelegt, eine Wiederholung dieses Ereignisses zu überstehen. Allerdings ist die Bevölkerung am Niederrhein in den letzten 267 Jahren gewachsen und das Gebiet ist zu einem Industriestandort geworden. Bodensenkungen durch den Braunkohleabbau können ebenfalls die Stabilität von Gebäuden im Falle eines Erdbebens beeinträchtigen.

Quellen:

Steinritz, Vanessa et al (2022). „A possible surface rupture of the 1756 Düren earthquake (Lower Rhine Graben).“ EGU General Assembly Conference Abstracts. – Publikation noch ausstehend.

Von Jens Skapski

31 Jahre alt (geboren 1994), seit 2013 Betreiber von Erdbebennews (privates Projekt), seit 2024 Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Uni Jena (beruflich).

2 Gedanken zu „Magnitude 5.5 bis 7.8: Diese Erdbeben drohen auch in Deutschland“

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