Magnitude 7.1 in Köln

Entscheidend, wie stark Erdbeben in einer bestimmten Region werden können, sind mehrere geologische Faktoren. Die Länge bekannter aktiver Störungen ist ein wichtiger Indikator, denn je länger die Störung, umso mehr Energie kann freigesetzt werden und umso stärker wird das Erdbeben. Bei den bekannten Störungen im Niederrheingebiet gehört der Erftsprung unmittelbar westlich von Köln zu den mächtigsten geologischen Brüchen. Studien zeigen, dass hier empirisch Beben bis zu Magnitude 7.1 denkbar sind (Vanneste 2013). Ein solches Erdbeben würde heute nicht nur Köln verwüsten, sondern im gesamten Niederrheingebiet erhebliche Schäden anrichten. Eine Risikoanalyse für den Katastrophenschutz aus dem Jahr 2020 ermittelte für das Kölner Stadtgebiet eine potentiell vierstellige Opferzahl im Falle eines Bebens der Stärke 6.5 am Erftsprung. Magnitude 7.1 wäre nochmals deutlich gravierender, da eine weitaus größere Fläche betroffen wäre.

Quellen:

Vanneste, Kris et al. (2013). „A Model of Composite Seismic Sources for the Lower Rhine Graben, Northwest EuropeA Seismic Source Model for the Lower Rhine Graben.“ Bulletin of the Seismological Society of America 103.2A: 984-1007.

Von Jens Skapski

31 Jahre alt (geboren 1994), seit 2013 Betreiber von Erdbebennews (privates Projekt), seit 2024 Erdbebenauswerter beim Thüringer Seismologischen Netz an der Uni Jena (beruflich).

2 Gedanken zu „Magnitude 5.5 bis 7.8: Diese Erdbeben drohen auch in Deutschland“

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