Katastrophen, Rekorderdbeben und menschengemachte Schadensbeben: Jahresrückblick 2017

August: Katastrophe auf Sichuan, Unglück auf Ischia
Mit einem tödlichen Beben in Chile (M5.5) begann der August. Das Opfer starb an den Folgen eines Herzinfarktes. Gebäudeschäden hat das Erdbeben nicht verursacht.
Indirekte Todesopfer hat es ebenfalls in Peru (M6.0, 11.) und auf den Philippinen (M5.1, 22.) gegeben, jeweils nur mit geringen Sachschäden.
Das bis dahin tödlichste Beben des Jahres traf am 8. die Chinesische Provinz Sichuan. Das Beben der Stärke 6.5 im Norden der Region verursachte schwere Schäden an rund 75.000 Gebäuden. 25 Menschen sind infolge des Bebens ums Leben gekommen, 525 weitere wurden verletzt (Impakt-Wert 2,90). Das Beben traf eine bei Touristen beliebte Region wo sich, trotz der niedrigen Bevölkerungsdichte, während des Bebens viele Menschen aufgehalten haben.
Noch am selben Tag hat es auch in der Provinz Xinjiang ein schweres Erdbeben gegeben (M6.3). Mit 32 Verletzten und rund 6000 beschädigten Gebäuden waren die Auswirkungen hier auch aufgrund der noch geringen Bevölkerungsdichte geringer (1,82).
Auch auf der Italienischen Ischia im Golf von Neapel waren viele Touristen betroffen, als am 21. August die Erde bebte. Mit Magnitude 4.0 war es ein recht schwaches Erdbeben. Geringe Herdtiefe und geologische Bedingungen führten aber in einem kleinen Gebiet am Nordhang der Insel zu Intensität VIII, was zur Zerstörung einiger Gebäude geführt hat. Zwei Menschen kamen ums Leben, 42 wurden verletzt (1,28).
Von den acht Erdbeben über Magnitude 6 im August führten noch zwei Beben am 13. und am 31., jeweils vor der Indonesischen Küste, zu geringen Schäden.
Relativ große Schäden (1,36) verursachte am 27. ein M4.9 in der Iranischen Region Ost-Aserbaidschan. Dabei wurden 20 Menschen verletzt und 700 Gebäude beschädigt.
Vier Tage zuvor verursachte ein M5.6 im benachbarten Irak einige Schäden, deren genaues Ausmaß aber nicht bekannt wurde. 17 Menschen erlitten laut Medienberichten Verletzungen.

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Seite 5: April – Rekord in Botswana, Starkbebenserie auf den Philippinen
Seite 6: Mai – Erste Katastrophen für Iran und China
Seite 7: Juni – Doppelschlag für Guatemala, erstes Griechenland-Beben
Seite 8: Juli – Zweite Katastrophen für Philippinen und Griechenland
Seite 9: August – Katastrophe in Sichuan – Unglück auf Ischia
Seite 10: September – Katastrophenmonat in Mexiko
Seite 11: Oktober – Schwarmbeben in Indonesien
Seite 12: November – Todesbeben im Iran mit Langzeitwirkung
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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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