Katastrophen, Rekorderdbeben und menschengemachte Schadensbeben: Jahresrückblick 2017

Zusammenfassung und Statistiken
Die beiden katastrophalen Erdbeben(sequenzen) in Iran und Mexiko werden die betroffenen Länder noch länger beschäftigen. Für die Menschen dort, speziell im Iran, bleibt zu hoffen, dass die Situation sich schnell verbessert.
Das Kermanschah-Beben und die vielen weiteren im Dezember haben dazu geführt, dass der Iran erstmals das Land mit den meisten Schadensbeben in einem Jahr ist:

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LandSchadensbeben
 Iran 35
 China 30
 Indonesien 27
 Mexiko 14
 Philippinen 14

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Diese fünf Länder sind auch bei der Summe der Erdbebenschäden ganz vorne, allerdings in anderer Reihenfolge:

LandSchadensbebenTodesopferVerletzteImpakt-Wert
 Iran35640162783,93
 Mexiko1447576013,87
 China30336223,14
 Philippinen14148162,88
 Indonesien2751272,20
 Griechenland635352,03
 Guatemala35701,84
 Türkei130401,83
 Tadschikistan2051,67
 Südkorea10821,66

46% der weltweiten Erdbebenschäden sind somit im Iran aufgetreten, 39% in Mexiko und 7% in China.

Länder wie Tadschikistan und Südkorea sind damit ungewöhnlich stark betroffen. Auch Madagaskar und Botswana, in der Liste auf Platz 18 und 19, haben relativ viele Schäden erlitten. Andere Länder wie zum Beispiel Japan und Algerien erlebten ein ungewöhnlich ruhiges Jahr mit nur sehr geringen Schäden. Japan liegt auf Rang 32, noch hinter Mazedonien (30) und Polen (28). Auch die Chinesische Provinz Yunnan, jahrelang die weltweit am schwersten von Erdbeben betroffene Region der Welt, kam in diesem Jahr überraschend glimpflich davon.

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Die Schadensbeben haben sich relativ gleichmäßig über das Jahr verteilt, was vor allem daran liegt, dass Erdbebensequenzen und -schwärme überwiegend als einzelnes Ereignis gezählt wurden.

Zahl der Schadensbeben pro Monat

Trotz der zwei großen Katastrophen kann man das Jahr 2017 als durchschnittliches Jahr ansehen. Erdbeben mit tausenden Opfern, wie zuletzt 2015 in Nepal und 2011 in Japan aufgetreten, blieben aus. Ebenso kam es nicht zu einem zerstörerischen Tsunami.
Die andauernde seismische Krise im Iran könnte auch im kommenden Jahr fortbestehen und die ersten Einträge in der Earthquake Impact Database 2018  bescheren.

Impakt-Wert und Earthquake Impact Database
Seit einigen Jahren betreiben wir die Earthquake Impact Database, wo Schadensbeben aus aller Welt aufgeführt werden, auf der die Inhalte dieses Beitrags basieren. 2017 haben wir den Impakt-Wert eingeführt. Auf einer logarithmischen Skala wird er aus der Zahl der beschädigten Gebäude und der Erdbebenopfer ermittelt, was unabhängig von der wirtschaftlichen Situation des betroffenen Landes einen Vergleich der humanitären Auswirkungen einzelner Erdbeben erlaubt.

Zur Earthquake Impact Database 2017

Übersicht
Seite 1: Zahlen und Fakten
Seite 2: Januar – Jahrhundert-Beben in Madagaskar, Fracking-Rekord in China
Seite 3: Februar – Erste Katastrophe für die Philippinen
Seite 4: März – Panik in Rangun, Jahresrekord für glückliches Yunnan
Seite 5: April – Rekord in Botswana, Starkbebenserie auf den Philippinen
Seite 6: Mai – Erste Katastrophen für Iran und China
Seite 7: Juni – Doppelschlag für Guatemala, erstes Griechenland-Beben
Seite 8: Juli – Zweite Katastrophen für Philippinen und Griechenland
Seite 9: August – Katastrophe in Sichuan – Unglück auf Ischia
Seite 10: September – Katastrophenmonat in Mexiko
Seite 11: Oktober – Schwarmbeben in Indonesien
Seite 12: November – Todesbeben im Iran mit Langzeitwirkung
Seite 13: Dezember – Immer wieder Iran, Panik in Teheran
Seite 14: Zusammenfassung und Statistiken

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Jens Skapski

Data Analyst bei Risklayer
Jens ist 25 Jahre alt und studierte von 2013 bis 2019 an der Ruhr-Universität Bochum, zunächst Geowissenschaften (B.Sc. Abschluss) und später mit Spezialisierung auf Erdbebenphysik und -gefährdung. Seit Sommer 2019 arbeitet er als Data Analyst in Karlsruhe.

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