Katastrophen, Rekorderdbeben und menschengemachte Schadensbeben: Jahresrückblick 2017

Wenn man an vergangene Erdbeben zurückdenkt, sind es meistens die besonders schlimmen, zerstörerischen, die im Gedächtnis der Menschen hängen bleiben. So sind es auch in diesem Jahr die Erdbeben in Mexiko und im Iran, die in den Jahresrückblicken der Medienlandschaft präsent sind. Auch die Erdbeben in Griechenland sind vereinzelt vertreten. In Vergleichen mit den Vorjahren fällt auf, dass eine große Erdbebenkatastrophe, ohne die Situation in den betroffenen Gebieten verharmlosen zu wollen, ausgeblieben ist. Man kann objektiv betrachtet sagen, dass die seismische Aktivität im Jahr 2017 sehr niedrig war. Trotzdem ist dies kein Garant für wenig Opfer, wenig Schäden. Denn trotz Mangel an großen Erdbeben sind viele Gebiete von moderaten Erdbeben und deren Auswirkungen betroffen gewesen. Auch gab es mehrfach Erdbeben, die auf regionaler Ebene die stärksten seit Aufzeichnungsbeginn gewesen sind.
Welche Besonderheiten das Jahr 2017 hatte, welche Länder besonders (und besonders wenig) zu leiden hatten und welche Überraschungen sich getan haben: Der Erdbeben-Jahresrückblick 2017.

Inhaltsverzeichnis:
Seite 1: Zahlen und Fakten
Seite 2: Januar – Jahrhundert-Beben in Madagaskar, Fracking-Rekord in China
Seite 3: Februar – Erste Katastrophe für die Philippinen
Seite 4: März – Panik in Rangun, Jahresrekord für glückliches Yunnan
Seite 5: April – Rekord in Botswana, Starkbebenserie auf den Philippinen
Seite 6: Mai – Erste Katastrophen für Iran und China
Seite 7: Juni – Doppelschlag für Guatemala, erstes Griechenland-Beben
Seite 8: Juli – Zweite Katastrophen für Philippinen und Griechenland
Seite 9: August – Katastrophe in Sichuan – Unglück auf Ischia
Seite 10: September – Katastrophenmonat in Mexiko
Seite 11: Oktober – Schwarmbeben in Indonesien
Seite 12: November – Todesbeben im Iran mit Langzeitwirkung
Seite 13: Dezember – Immer wieder Iran, Panik in Teheran
Seite 14: Zusammenfassung und Statistiken

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Zahlen und Fakten

Erst Mitte Dezember ist es dreistellig geworden. Mit gerade einmal 101 Erdbeben der Stärke 6 oder höher liegt das Jahr 2017 deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um 35%. Noch deutlicher wird die Inaktivität des Jahres beim Blick auf die Beben der Stärke 7. Gerade einmal sechs solcher Beben wurden registriert. Im Jahr 2016 sind es 17 gewesen. Im langjährigen Mittel sind es etwa 10-12 solcher Erdbeben pro Jahr. Immerhin: Ein Erdbeben der Stärke 8.1 markierte das erste „8er“ seit zwei Jahren.
Trotz der zahlenmäßig niedrigen Aktivität zeigt sich bei den Erdbebenschäden nur eine geringfügige eine Veränderung zum Vorjahr. Mit 1197 Erdbebentoten waren es 209 weniger als 2016. Dafür ist die Zahl der Verletzten um über 13.000 auf 26.530 gestiegen.
Während die Opferzahl relativ genau bekannt ist, gibt es zur Zahl beschädigter und zerstörter Gebäude, sowie der Obdachlosen in manchen Regionen nur Schätzungen. So ergeben sich für dieses Jahr ungefähr folgende Werte:
Obdachlose: 1,8 Millionen
Beschädigte Gebäude: 500.000
Zerstörte Gebäude: 90.000
Der Großteil dieser Erdbebenschäden gehen auf die drei großen Erdbeben in Mexiko und im Iran zurück. Diese Beben erreichten auch den höchsten Impakt-Wert. Diesen haben wir in diesem Jahr zur statistischen Erfassung von Erdbebenschäden eingeführt. Genaueres dazu ist den Statistiken am Ende des Textes zu entnehmen. Zunächst eine Zusammenfassung der einzelnen Monate.

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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