Katastrophen, Rekorderdbeben und menschengemachte Schadensbeben: Jahresrückblick 2017

Januar: Jahrhundert-Beben auf Madagaskar, Fracking-Rekord in China
Mit einigen starken Erdbeben begann der Januar 2017 so, wie das Vorjahr aufgehört hat. Zwei schwere Erdbeben mit Magnitude 7.3 (10. Januar) und 6.9 (3.) erschütterten dabei unbesiedelte Regionen im Ozean vor Fidschi und den Philippinen, ohne dass es zu Schäden kam. Mit einem Zentimeter Höhe traf in Folge des Bebens vor Fidschi der erste Tsunami des Jahres den Hafen von Suva.
Mit fünf Erdbeben über Magnitude 6 in der ersten Monatshälfte zeigte diese eine durchschnittliche Aktivität, wobei sich keines dieser Beben in die Liste der Schadensbeben eingetragen hat.
Das erste tödliche Erdbeben des Jahres traf, ähnlich wie im vergangenen Jahr, den Nordosten von Indien. Das Beben der Stärke 5.5 hatte seinen Ursprung im Bundesstaat Tripura und führte zur Zerstörung von zahlreichen Gebäuden. Mindestens drei Personen kamen ums Leben. Dutzende weitere wurden in Indien und vor allem im angrenzenden Bangladesch verletzt.

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Im Iran starben nur wenige Tage später vier Menschen bei einem Beben der Stärke 5.2 in der Provinz Fars. Bei den Opfern handelte es sich um afghanische Staatsbürger. Zahlreiche Gebäude wurden bei dem Beben, welches das erste tödliche im Iran seit 2015 war, zerstört. Es gab vier Verletzte.
Deutlich signifikanter waren zwei extrem seltene Erdbeben im Norden von Brasilien und im Zentrum von Madagaskar. Mit Magnitude 4.6 war das Beben im brasilianischen Bundesstaat Maranhao das stärkste dort seit Aufzeichnungsbeginn. An vielen Gebäuden kam es zu kleineren Schäden. Verletzt wurde niemand.
Anders in Madagaskar. Mit M5.5 war es das stärkste Erdbeben seit Jahrzehnten. Es traf die Hauptstadtregion Antananarivo. Zwei Kinder sollen in einem eingestürzten Gebäude ums Leben gekommen sein. In mehreren Orten wurden Häuser zerstört. Das genaue Ausmaß des Bebens wurde mangels offizieller Informationen kaum bekannt.

Auch Italien war im Januar nochmals aktiv mit der (bislang) letzten Aktivitätsepisode der im August 2016 begonnenen Erdbebenserie. Durch eine Lawine und ein eingestürztes Gebäude starben am 18. Januar zwei Menschen. Fälschlicherweise wird eine weitere Lawine am selben Tag, die ein Hotel begraben und 29 Menschen getötet hat, mit dem Erdbeben in Verbindung gebracht.
Insgesamt waren die Auswirkungen des neuen Bebens, das Magnitude 5.5 erreichte, weniger weitreichend als die der vorherigen.
Das stärkste Beben des Monats traf die Region Bougainville in Papua-Neuguinea am 22. Januar mit Magnitude 7.9. Viele Dörfer wurden zerstört, drei Menschen kamen ums Leben.
Den höchsten Impakt-Wert des Monats (2,17) erreichte ein Erdbeben der Stärke 4,9 in der chinesischen Provinz Sichuan am 27. Januar, das tausende Gebäude beschädigt hat. Studien, die später im Jahr durchgeführt wurden, haben dieses Erdbeben mit Hydraulic Fracturing (Fracking) in Verbindung gebracht, da zur Zeit des Bebens in der Epizentralregion eine entsprechende Operation durchgeführt wurde. Es ist damit das stärkste jemals durch Fracking ausgelöste Erdbeben weltweit.

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Übersicht
Seite 1: Zahlen und Fakten
Seite 2: Januar – Jahrhundert-Beben in Madagaskar, Fracking-Rekord in China
Seite 3: Februar – Erste Katastrophe für die Philippinen
Seite 4: März – Panik in Rangun, Jahresrekord für glückliches Yunnan
Seite 5: April – Rekord in Botswana, Starkbebenserie auf den Philippinen
Seite 6: Mai – Erste Katastrophen für Iran und China
Seite 7: Juni – Doppelschlag für Guatemala, erstes Griechenland-Beben
Seite 8: Juli – Zweite Katastrophen für Philippinen und Griechenland
Seite 9: August – Katastrophe in Sichuan – Unglück auf Ischia
Seite 10: September – Katastrophenmonat in Mexiko
Seite 11: Oktober – Schwarmbeben in Indonesien
Seite 12: November – Todesbeben im Iran mit Langzeitwirkung
Seite 13: Dezember – Immer wieder Iran, Panik in Teheran
Seite 14: Zusammenfassung und Statistiken

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